Kita-Krise in Sachsen? Ein Realtalk
Gute Gründe für die Erzieherausbildung – gerade jetzt!
Wir führten ein Interview mit zwei ehemaligen Fachschülerinnen, die die Ausbildung zur Erzieherin als Umschulung an der Kompakt – Schule mit Zukunft in Zwickau erfolgreich absolviert haben und nun als Einzelfallhelferinnen an einer Oberschule arbeiten. Klar ist, der Erzieherberuf ist vielfältig, überzeuge dich selbst:
Lohnt es sich aktuell die Erzieherausbildung zu beginnen?
Ja! Warum sollte es sich nicht lohnen? Nur weil es momentan wenige Jobs in Kitas oder Krippen gibt? Man muss Kompromisse eingehen können. Wenn man dies nicht kann oder will, ist es schwieriger einen Job zu finden, egal in welchem Beruf. Sich nur einen Einsatzbereich zu fokussieren oder festzulegen bringt nichts. Man sollte einfach flexibel sein.
Überall lese ich: Es werden zu wenig Kinder geboren - die Kindergärten haben Zukunftsängste. Bekomme ich überhaupt einen Job, wenn ich fertig bin?
Wir sind der Meinung, wer in diesem Job arbeiten möchte, findet auch einen Arbeitsplatz. Vielleicht ist es nicht gleich der Traumplatz, aber jeder Bereich hat seinen Reiz. Die drei Praktika in der Ausbildung sollte man dafür nutzen, um abzuwägen, welche Bereiche für einen selbst noch in Frage kommen könnten. Uns hat es ebenso geholfen, mit anderen Erziehern zu sprechen oder sich über die einzelnen Einsatzbereiche zu belesen. Da merkt man auch, was für einen passend ist und was nicht.
Welche Perspektiven hat der Beruf des Erziehers heute?
Es gibt viele Perspektiven. Es muss nicht immer eine Kindertageseinrichtung sein. Als Erzieher hat man eine Bandbreite von Einsatzbereichen, die weit über klassische Kitas hinausgehen. In dem Arbeitsfeld Hilfen zur Erziehung wird immer gesucht. Auch Einzelfallhelfende, pädagogische Unterrichtsbegleitungen oder Pädagogen in Jugendclubs werden gebraucht.
Man sollte Kompromisse eingehen. Klar, als Umschüler mit eventuell eigener Familie im Hintergrund ist das nicht ganz so einfach, aber es funktioniert.
Wir hatten zum Ende der Umschulung auch andere Pläne bezüglich der Arbeitsstelle, aber es wurde nichts daraus. Dann hat sich eine Schule gemeldet, ob wir noch eine Stelle suchen. Nun arbeiten wir als Einzelfallhelfer seit fast zwei Jahren hier. Kein Tag ist wie der andere und das macht den Job so interessant.
Ich überlege noch, ob ich meinen derzeitigen Beruf weiter ausüben will. Wie gestaltet sich eine Umschulung?
Wir sind froh eine Umschulung über die Agentur für Arbeit bekommen zu haben. Wir hatten keine „Rennereien“ aufgrund bürokratischer Themen. Es wurde alles vom Amt aus geregelt. Sämtliche Kosten bezüglich der Ausbildung wurden übernommen.
Die Umschulung an sich war eine Herausforderung. Vor allem, wenn man eine eigene Familie im Hintergrund hat. Lernen war erst möglich, wenn die Kids im Bett waren. Also spät und manchmal bis in die Nacht hinein. Aber wir wollten diese Umschulung und wussten, was auf uns zu kommt. Manchmal war auch unsere Motivation weg, aber da muss man sich vor Augen halten, warum und für wen man das auf sich nimmt. Am Ende können wir sagen, dass es eine fordernde Zeit für uns und unsere Familien war, aber es hat sich gelohnt. Unsere Abschlüsse können sich sehen lassen (1,1 und 1,4).
Als älterer Fachschülerin/Fachschüler ohne Vorkenntnisse zwischen jungen ausgebildeten Sozialassistenten… Bin ich da nicht fehl am Platz?
Am Anfang war es für uns eine Herausforderung als ältere Fachschüler. Die fehlenden Vorkenntnisse sind weniger eine Hürde gewesen, eher die jungen Mitschüler. Sie waren am Anfang sehr reserviert uns gegenüber. Mit der Zeit hat man aber ein Miteinander gefunden. Wir waren Ansprechpartner für sie und selbst bei fachlichen Fragen kamen sie zu uns. Wir wurden zu einem Team.
Ich kann mich zwischen den ganzen Bildungsträgern nicht entscheiden. Warum gerade die Kompakt – Schule mit Zukunft in Zwickau?
Uns war es wichtig, dass die Schule gut erreichbar ist. Im Nachhinein war es die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Wir fühlten uns absolut wohl. Man konnte mit jedem Anliegen zu den Lehrkräften gehen und fand immer ein offenes Ohr bzw. einen Ratschlag. Man merkt, dass den Lehrern die Schüler am Herzen liegen und sie wollen allen einen guten Abschluss ermöglichen. Sie „kitzelten“ bzw. regten immer wieder den Ehrgeiz der Schüler an. Die Stoffvermittlung fand in einem guten Tempo statt. Hat man doch etwas nicht verstanden, erklärten sie es so lange bis es im Kopf war. Die Lehrkräfte sowie die Schule legen großen Wert auf Qualität und fördern bzw. fordern die Auszubildenden im richtigen Maß. Auch den praktischen Teil begleiteten sie immer zuverlässig. Wir standen stets im regen Austausch mit ihnen.
Unserer Erfahrung nach werden an der KOMPAKT-Schule mit Zukunft viele Themen tiefer beleuchtet und die Praktikumsaufgaben sind stellenweise anspruchsvoller.
Wir sind froh, dass wir unsere Umschulung an dieser Schule absolvieren durften.